Hausgeburt: Was hast du davon? Was brauchst du dafür? Wie läuft es ab?

Du hast Interesse an einer Hausgeburt. Aber du weißt noch nicht was du eigentlich brauchst, was eine Hausgeburt kostet und wie sowas abläuft. Klick dich durch die Fragen und erhalte eine knackige Antwort. Am Ende gibt es eine Übersicht mit den wichtigsten Informationen auf einem Blick. Du wisst dich gut informiert fühlen und kannst nochmal abwägen, ob eine Hausgeburt das Richtige für dich ist. Wenn du dich dafür entscheidest, hol dir meine Checkliste. Mit der vergisst du sicher nichts.

Die Checkliste ist noch in Arbeit

Was hast du von einer Hausgeburt?

Im besten und schönsten Fall eine spontane, natürliche Geburt in deinen eigenen Vier Wänden. Eine würdevolle Geburt mit ein bis zwei Hebammen, die nur für dich da sind, dich voll umsorgen während und nach der Geburt. Eine Geburt ohne Interventionen und Komplikationen. Ohne Stress. Ohne Zeitdruck. Ohne Personalwechsel. Ohne kalte Krankenhausatmosphäre. Ohne fremde Menschen. 

Was brauchst du für eine Hausgeburt?

Prinzipiell nur ein Zimmer, eine Hebamme und noch ein paar Dinge, die deine Hebamme für ihre Arbeit brauch. Wenn du es magst, dass alles im Vorfeld organisiert und geplant ist, gibt es noch mehr zu tun. Oder vielleicht hast du auch Lust, dein Geburtszimmer zu gestalten. Dann wird deine Einkaufsliste etwas länger werden.

Ich habe bei meinen Geburten nur das gekauft, was die Hebammen für ihre Arbeit brauchen und sie selbst nicht mitbringen. Ich habe meine Wohnung so gelassen und sie nicht besonders für die Geburt hergerichtet.

Für mich ist eine Geburt kein Event, keine Show und auch kein Projekt. Ich denke, dass eine Geburt etwas Kraftvolles, Intimes, Schmerzhaftes, Natürliches und Normales ist. Daher habe ich auf jegliches Tamtam verzichtet und mich auf das wesentliche konzentriert: meinen Körper und meinen Geist.

Für deine Hebamme

Die Hebammen brauchen bestimmte Sachen für ihre Arbeit, die sie selbst nicht mitbringen. Dazu gehören:

 

  • Kaffeepads
  • Saugfähige Unterlagen
  • Pelzy Protect für deinen Wochenfluss
  • Malerfolie für das Bett
  • Kühlpacks
  • Zwei große Handtücher
  • Eine große Schüssel
  • Große, stabile Mülltüten
Für deinen Körper

Falls deine Muskeln krampfen, wird Calcium helfen, deine Muskeln zu entspannen. Wenn du dein zweites Kind oder drittes oder viertes Kind erwartest, könnte es sein, dass deine Nachwehen stark und schmerzhaft sind. Falls du die Schmerzen nicht aushältst, darfst du Ibuprofen (maximal zweimal 400er) nehmen. Also schau nach, ob du noch Ibuprofen vorrätig hast.

Für Tage danach

Und es ist einfacher für die Tage nach der Geburt, wenn dein Kühlschrank mit Essen gefüllt ist. Ich lege dir ans Herz, dir eine chinesische Kraftsuppe kochen zu lassen. Diese schenkt dir Wärme und Kraft nach der Geburt und im Wochenbett.

Was bereitest du vor?

Du bereitest den Notfall vor. Du räumst dein Zimmer auf. Und organisierst dir für dein Wochenbett einige Male ein frisch gekochtes 3-Gänge-Menü von deinen Freund*innen und Verwandten, die dich besuchen.

Notfall

Für den Notfall solltest du vorbereitet sein. Das heißt:

  • Krankenhaustasche packen
  • In einem Krankenhaus deiner Wahl anmelden
  • Notfallnummern und Nummer deines Wahlkrankenhauses an die Zimmertür hängen
  • Auto volltanken
  • Den Weg ins Krankenhaus kennen

 

Zimmer

Dein Zimmer sollte sicher begehbar sein. Die Hebammen brauchen Zugang zum Bett und einen Ablageort für ihre Arbeitsmaterialien. Dafür eignet sich ein Tisch, den leer räumst. Die Kiste mit den Handtüchern etc. (siehe oben) sollte nicht im Weg stehen, aber gut erreichbar sein.

Die Malerfolie ziehst du zwischen Matratze und Bettlaken. Die Kühlpacks legst du in das Kühlfach.

Betreuung & Besuch

Wenn du ein Geschwisterkind erwartest, überlege dir wo dein erstes Kind während deiner Geburt sein soll. Falls es lieber nicht anwesend sein soll, organisiere im Vorfeld eine Betreuung.

Für dein Wochenbett kannst du Freund*innen oder Verwandte bitten dir Essen mitzubringen. Dein Besuch kann sich nützlich machen: Essen kochen, aufräumen, putzen, mit deinem Baby kuscheln. Das ist besser als noch ein weiteres Rasselspielzeug.

Wie läuft eine Hausgeburt ab?

Deine Wehen kommen regelmäßig. Jetzt rufst du deine Hebamme an. Sie kommt zu dir. Sie begleitet und unterstützt dich bei deiner Geburt und beim ersten Stillen. Sie macht die erste U-Untersuchung. Wenn etwas nicht so läuft, wie es laufen soll, wird sie dich verlegen lassen.

Ich habe meine beiden Kinder zu Hause bekommen. Wenn du wissen willst, welche Erfahrungen ich gemacht habe, kannst du dir meine Geburtsberichte durchlesen.

Eine Hebamme für eine Hausgeburt zu finden, kann schwierig sein. Sobald du weißt, dass du schwanger bist, kannst du auf die Suche gehen. In Köln gibt es die Hebammenpraxis „geborgen geboren“ mit Hebammen, die dich während einer Hausgeburt begleiten. Vielleicht gibt es in deiner Stadt so etwas ähnliches: Such im Internet nach Hebammenpraxis Hausgeburt oder Hebamme Hausgeburt.

Wenn du eine Hebammenpraxis oder eine Hausgeburtshebamme gefunden hast, nimmst du den Hörer in die Hand und rufst an. Direkt? Ja, direkt. Hebammen sind schwer beschäftigt, begehrt und begrenzt vorhanden.

Deine Hebamme wird mit dir Vorsorgeuntersuchungen machen oder Gesprächstermine vereinbaren. So könnt ihr euch kennenlernen und Vertrauen aufbauen. Am Ende deiner Schwangerschaft wird deine Hebamme dich zu Hause besuchen und sich die Räumlichkeiten anschauen. Ihr werdet alles besprechen und notieren. Deine Hebamme hat drei Wochen vor und zwei Wochen nach deinem errechneten Geburtstermin Bereitschaft.

Sobald deine Wehen beginnen und regelmäßig kommen, kannst du deine Hebamme anrufen. Sie wird dir am Telefon die nächsten Schritte sagen und sich auf den Weg zu dir machen. Wenn sie bei dir ist, wird sie alles für ihre Arbeit einrichten und dich bei deiner Geburt unterstützen.

Falls die Hebamme der Meinung ist, dass es zu Komplikationen kommen könnte, wird sie dich verlegen lassen. Hebammen sind auch heute noch die Expertinnen in der Geburtshilfe. Sie arbeiten zuverlässig und verantwortungsvoll. Und, da sie zusätzlich mit rechtlichen Verfahren rechnen müssen, wenn etwas schief geht, gehen sie auch in dieser Hinsicht auf Nummer sicher. Du wirst in das Krankenhaus, indem du dich vorher angemeldet hast, gebracht.

Wenn dein Baby da ist, kannst du und dein/e Partner/in mit eurem Baby kuscheln. Haut auf Haut. In Ruhe und mit Zeit. Deine Hebamme wird dir beim Anlegen des Babys helfen, die Nabelschnur – wenn sie auspulsiert ist – durchschneiden, und danach noch eine Weile bei dir bleiben und ihre Dokumentation machen. Deine Hebamme wird die erste U-Untersuchung machen. Die zweite U-Untersuchung erfolgt beim Kinderarzt. Die Nachsorge beginnt noch am gleichen Tag oder am darauffolgenden. Wenn du eine andere Hebamme für die Nachsorge hast, melde dich bei ihr und sag Bescheid, dass dein Kind nun auf der Welt ist.

Was sind die Voraussetzungen?

Eine unauffällig verlaufende und komplikationsfreie Schwangerschaft. Bei mir sah das wie folgt aus: Ich hatte keine auffälligen Blutwerte, ich hatte kein Bluthochdruck und ich hatte keine Schwangerschaftsdiabetes. Mein Baby hatte sich ganz nach den Erwartungen meiner Ärztin im Bauch entwickelt und am Ende lag es mit dem Kopf nach unten. Wenn du zum Beispiel Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes oder Präeklampsie (ein Erkrankung mit Wasseransammlung, Eiweiß im Urin, Bluthochdruck) diagnostiziert bekommen hast, wird dir von einer Hausgeburt abgeraten.

Wenn dein Baby beispielsweise in der Beckenendlage oder quer liegt, wird deine Hausgeburtshebamme die Geburt wahrscheinlich nicht mit dir zu Hause durchführen. Auch bei Frühgeburten, bei einer Fehllage der Plazenta (Plazenta ist vor den Muttermund gerutscht), bei einer Placenta praevia (Risiko einer Blutung oder vorzeitige Plazentaablösung) und bei sehr großen Babys und auch bei Mehrlingsschwangerschaften ist eine Hausgeburt in Deutschland nicht möglich.

Falls du eine Risikoschwangerschaft attestiert bekommen hast, bedeutet das, dass du häufiger untersucht wirst. Je nachdem, welche beiden Risikofaktoren du aus dem Risikokatalog getroffen hast, kann es sein, dass deine Hebamme die Hausgeburt noch verantworten kann oder nicht. Sprich mit deiner Hebamme darüber. Denn Risikoschwangerschaft ist nicht gleich Risikogeburt. Risikogeburten dürfen nicht zu Hause durchgeführt werden.

Was kostet eine Hausgeburt?

Eine Hausgeburt kann zwischen 800 und 1000€ kosten.

Ich habe 250€ angezahlt und später nochmal 450€ an meine Hebammen für ihre Rufbereitschaft überwiesen. Die Kosten der Rufbereitschaft setzen sich meistens aus einem Anteil der Krankenkassen und einen Preis, den die Hebamme festlegt, zusammen. Daher variiert dieser Betrag innerhalb Deutschlands.

Je nachdem, was du persönlich noch brauchst, können hier mehr Kosten für dich entstehen. Manche Frauen kaufen Kerzen, Öle und andere Dinge, um sich ihren Geburtsort herzurichten, oder mieten sich eine Geburtswanne oder kaufen noch schnell einen Gymnastikball. Die Kosten schwanken also zwischen 800 und 1000€.

Was sind die Alternativen?

Du kannst im Krankenhaus eine Beleggeburt haben. Das heißt, dass du deine eigene Hebamme zur Geburt mitbringst. So kannst du dir eine eins-zu-eins Betreuung im Krankenhaus ermöglichen. Du kannst im Krankenhaus ambulant entbinden – das heißt du kannst wenige Stunden nach der Geburt nach Hause gehen.

Eine andere Alternative zum Krankenhaus ist ein Geburtshaus. Hier werden Geburten ausschließlich von Hebammen geleitet. Du entbindest ambulant unter der Betreuung einer Hebamme, die dir vertraut ist. Es gibt medizinische Geräte und Wohlfühl-Atmosphäre. Falls es zu Komplikationen kommt, wirst du in ein naheliegendes Krankenhaus verlegt.

Hausgeburt – Das Wichtigste auf einen Blick

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