Hausgeburt – erhöhtes Risiko! Was ist wirklich dran?

Du bist schwanger und suchst gerade nach einem passenden Geburtsort: Krankenhaus, Geburtshaus oder vielleicht auch zu Hause? Du hast gehört, dass Hausgeburten gefährlich und risikoreich sind. Im Krankenhaus ist es am sichersten für Frau und Kind, sagen die Menschen in deinem Umfeld. Aber deine Hebamme sieht das anders. Vielleicht hast du auch schon den ein oder anderen Artikel gelesen und warst unzufrieden mit den wenigen und einseitigen Informationen, die dir geliefert wurden.

Nachdem du meinen Artikel gelesen hast, kannst du dir ein besseres Bild darüber machen, ob Frauen, die zu Hause gebären, ihre Kinder einer unnötigen Gefahr aussetzen. Es wird dir dabei, helfen eine selbstbewusste Entscheidung zu treffen, die du auch gegenüber Kritiker*innen sicher vertreten kannst. Egal ob du dich für eine Hausgeburt oder eine Krankenhausgeburt entscheidest.

Wie häufig sind Hausgeburten?

Es ist selten geworden, dass Frauen ihre Kinder zu Hause bekommen. In Deutschland sind es gerade mal 1,5 %. In anderen Ländern sieht die Situation ähnlich aus. Außer in den Niederlande.

Hausgeburtsrate in %
Deutschland
1,5
Österreich
1,8
England
2,2
Wales
3,3
Niederlande
30
andere europäische Länder
unter 1
USA
0,5

Quelle: European Perinatal Health Report (Daten von 2004)

Die meisten Menschen gehen für eine Geburt ins Krankenhaus. Es ist daher auch nicht verwunderlich, wenn du einschüchternde Kommentare bekommst, weil du überlegst zu Hause zu entbinden. Sich für eine Hausgeburt zu entscheiden, ist auch in Deutschland eine Ausnahme.

Zurecht?

Studienlage und was deutsche Medien daraus machen

Du wirst wahrscheinlich bei einer gängigen Suchmaschine im Internet nach einer Lösung für deine Frage suchen und auf Nachrichtenseiten und Blogs landen. Ich denke, dass du bestimmt wenig Lust hast, dir wissenschaftliche Studien durchzulesen. Viele Artikel, die sich mit dem Risiko einer Hausgeburt auseinandersetzen, berufen sich jedoch auf wissenschaftliche Studien. Dabei zeigen sie dir teilweise nur eine Seite der Medaille. Ich sage dir, was dir Focus-Online und Co. vorenthalten.

Erstes Risiko: Säuglingssterblichkeit

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) sprechen sich gemeinsam in einer Pressemitteilung (2011) dafür aus, dass Hausgeburten ein erhöhtes Risiko bürgen. Und auch andere große Medienkanäle wie Focus-Online, Süddeutsche Zeitung und das Ärzteblatt weisen mit publikumswirksamen Titeln darauf hin, dass eine Hausgeburt gefährlicher für das Kind ist.

Erhöhtes Sterberisiko nach Hausgeburt

Focus-Online

Klinikgeburt senkt das Todesrisiko

Süddeutsche Zeitung

Hausgeburt gefährlicher für den Säugling als für die Mutter

Ärzteblatt

Dabei stützen sie ihre Erkenntnis nur mit Studien, die nicht in Deutschland durchgeführt wurden. Focus-Online, Süddeutsche Zeitung und das Ärzteblatt berufen sich auf eine Studie aus den USA (2010) und in der Pressemitteilung des DGGG und BVF steht eine große Studie aus Großbritannien (2011) im Mittelpunkt. In einem weiteren Artikel der Süddeutschen Zeitung werden neben der britischen Studie noch Studien aus China und den Niederlanden herangezogen. Es werden zwar auch in den letzten Paragrafen andere Meinungen – meistens von Hebammen – zur Risikoeinschätzung der Hausgeburt genannt, aber eine Studie, die das belegt, fehlt. Obwohl es diese gibt.

The generalisability of these findings to other settings is uncertain.

britische Studie (BMJ 2011;343:d7400)

Großbritannien, China, Niederlanden und in den Ländern, die von der US-amerikanischen Studie analysiert wurden, werden schwangere Frauen anders betreut und versorgt als in Deutschland. Auch die Lebensbedingungen unterscheiden sich zwischen den Ländern. Die Frage, welche Relevanz diese Studien für die Geburtshilfe und Hausgeburten in Deutschland haben, wird nicht gestellt. Und es fehlt ein klarer Hinweis, dass die Ergebnisse der Studien nicht verallgemeinert werden können.

Es gibt methodische Schwachstellen. Die US-amerikanische Studie ist eine Metaanalyse. Das heißt, das Daten aus verschiedenen Studien quantitativ zusammengefasst und bewertet werden. Es ist fast unmöglich, hieraus ein allgemeingültiges Ergebnis zu beziehen, da sich Definitionen und Daten zwischen den analysierten Studien unterscheiden. Es ist noch viel schwieriger, wenn die Fallzahlen der Hausgeburten klein sind und wenn geplante und ungeplante Hausgeburten mit Betreuung und ohne Betreuung einer Hebamme zusammengefasst werden. Diese kritische Auseinandersetzung mit der Studie aus den USA fehlt.

Andere relevante Ergebnisse und Schlussfolgerungen werden bewusst weggelassen. So verschweigen dir die Süddeutsche Zeitung, das Ärzteblatt und auch Focus-Online, dass die Studie aus den USA auch festgestellt hat, dass es keine signifikanten Unterschiede für Todesfälle bei Neugeborenen bei geplanten Hausgeburten und geplanten Krankenhausgeburten gibt, wenn eine zertifizierte Hebamme die Geburt begleitet.

The analysis excluding studies that included home births attended by other than certified or certified nurse midwives had findings similar to the original study, except that the ORs for neonatal deaths among all […] and nonanomalous […] newborns were not statistically significant.

US-amerikanische Studie von Wax JR, Lucas FL, Lamont M, et al

Ein weiteres Beispiel für eine unzureichende Darstellung von Studienergebnissen liefert die Pressemitteilung des DGGG und BVF. Es wird davon gesprochen, dass 45 % der Erstgebärenden von zu Hause in ein Krankenhaus verlegt werden mussten. In der Studie steht geschrieben, dass es zwischen 36 % und 45 % waren. Dir wird nicht gesagt, dass die Forscher*innen drei verschiedene außerklinische Geburtsorte zusammengefasst haben. Und Frauen, die bereits ein Kind zur Welt gebracht haben, wurden zwischen 9 % und 13 % verlegt. Zusätzlich wird die hohe Verlegungsrate bei den Erstgebärenden damit begründet, dass Hebammen „die auftretenden Komplikationen nicht mehr beherrschen konnten“. Es könnte auch als ein Zeichen für verantwortungsvolles Arbeiten von Hebammen ausgelegt werden.

Teilweise werden die Inhalte der Studien fehlerhaft präsentiert. So steht in der Pressemitteilung des DGGG und BVF geschrieben, dass die britische Studie belegt, dass „die Hausgeburt mit einem erhöhten Risiko für Mutter und Kind verbunden ist“. Die Autor*innen der Studie kommen zu dem Schluss, dass es bezüglich der Säuglingssterblichkeit während und nach der Geburt und auch bei kindlichen Erkrankungen keinen signifikanten Unterschied zwischen außerklinischen und klinischen Geburten gibt. Das Ergebnis der Studie widerspricht deutlich dem Inhalt der Pressemitteilung.

Overall, there were no significant differences in the adjusted odds of the primary outcome for any of the non-obstetric unit settings compared with obstetric units.

britische Studie (BMJ 2011;343:d7400)

Außerdem sprechen sich die Autor*innen in der britischen Studie dafür aus, dass gesunde Erstgebärende und Mehrgebärende mit einer unauffälligen Schwangerschaft den Geburtsort selbst auswählen dürfen, da unerwünschte Geburtsfolgen in allen Settings ungewöhnlich sind. Während der DGGG und BVF finden, dass jede schwangere Frau zur Geburt in ein Krankenhaus gehört.

Artikel von manchen Online-Zeitungen stellen monokausale Zusammenhänge her. Sie verbinden eine hohe Hausgeburtsrate mit einer hohen Säuglingssterblichkeit.

Die Niederlande, wo jedes dritte Baby zu Hause zur Welt kommt, haben eine der höchsten Säuglingssterblichkeiten in Westeuropa.

Süddeutsche Zeitung

Die Süddeutsche Zeitung, Babellie und auch die Pressemitteilung nennen diesen Zusammenhang und beziehen sich dabei auf eine niederländische Studie aus dem Jahr 2010. Andere niederländische Wissenschaftler*innen verweisen jedoch auf methodische Schwächen in der genannten Studie und verbinden die hohe Säuglingssterblichkeit der Niederlande mit anderen Ursachen:

            • Das Vorgehen der niederländischen Neonatologen bei der Behandlung von Frühgeborenen ist konservativ und wenig invasiv. Das reduziert die Überlebenswahrscheinlichkeit der Frühgeborenen.
            • Das pränatale Screening für angeborene Fehlbildungen ist weniger häufig.
            • Es gibt eine deutlich höhere Quote an älteren Gebärenden.
            • Es gibt eine höhere Anzahl von Mehrlingsschwangerschaften und von Müttern ethnischer Minderheiten.

Diese Artikel, die hier vorgestellt wurden, verbreiten ein einseitiges Bild. Studien, die zu anderen Ergebnissen gekommen sind, werden nicht in die Argumentation einbezogen. Eine weitere niederländische Studie (2009) hat beispielsweise gezeigt, dass es keine Unterschiede zwischen geplanten Hausgeburten und geplanten Klinikgeburten gibt: Eine Hausgeburt erhöht nicht das Sterblichkeitsrisiko der Säuglinge.

Home birth does not increase the risks of perinatal mortality and severe perinatal morbidity among low-risk women.

Niederländische Studie (2009): A de Jonge et al

Eine weitere Studie aus den Niederlanden (2011) hat beobachtet, dass es bei 0,15 % der geplanten Hausgeburten im Vergleich zu 0,18 % der geplanten Krankenhausgeburten zum Tod während der Geburt und des Neugeborenen nach 0-7 Tagen kommt: Es gibt kein signifikant erhöhtes Mortalitätsrisiko bei Hausgeburten. Eine dritte niederländische Studie (2015) hat ebenfalls festgestellt, dass es keine größere Gefahr darstellt, ein Kind zu Hause zu gebären. Die Autor*innen schreiben, dass die Sterblichkeit von Neugeborenen bei Hausgeburten nicht höher liegt als bei Krankenhausgeburten: Sterberate der Säuglinge 0,102% für Hausgeburten und 0,109% für Krankenhausgeburten. Und für Mehrgebärende lag dieser Wert bei 0,059 % gegenüber 0,058 %.

We found no increased risk of adverse perinatal outcomes for planned home births among low-risk women. Our results may only apply to regions where home births are well integrated into the maternity care system.

Niederländische Studie: A de Jonge et al (2015)

Zweites Risiko: mütterliche Komplikationen

Fast schon nebensächlich wird genannt, dass die Frauen, die zu Hause entbinden, seltener Geburtsschäden erleiden und weniger Interventionen erfahren. Der Fokus liegt so stark auf der Gesundheit des Neugeborenen, dass es den Anschein macht, die mütterliche Gesundheit und das Wohlbefinden der Frau während der Geburt sei weniger wichtig.

Die große US-amerikanische, die britische und mehrere niederländische Studien kommen zu dem Schluss, dass Frauen, die eine Hausgeburt geplant haben, seltener Verletzungen und Komplikationen erfahren haben als Frauen, die im Krankenhaus entbunden haben. Sowohl bei Erstgebärenden als auch bei Mehrgebärenden. Die Frauen, die zu Hause entbinden, erleben häufiger eine normale und interventionsfreie Geburt. 

Dabei fanden sie heraus, dass eine Hausgeburt für werdende Mütter tatsächlich das Beste zu sein scheint.

Süddeutsche Zeitung

Bei den Hausgeburten brauchten diese Frauen weniger Analgesie, litten weniger an Infektionen und hatten insgesamt ein geringeres Risiko geburtsbezogener Komplikationen.

Ärzteblatt

So steht beispielsweise in der britischen Studie, dass bei fast 20 % der Frauen, die im Krankenhaus entbunden haben, während der Geburt mindestens eine Komplikation aufgetreten ist. Bei Frauen, die eine Hausgeburt hatten, waren es weniger als 7 %, die Komplikationen erlitten. Oder auch in anderen Worten: Knapp 95 % der Frauen, die zu Hause ihr Kinder bekommen haben, hatten keine Komplikationen.

Komplikationen
vorzeitiger Blasensprung
Grünes Fruchtwasser
Protein im Urin
Bluthochdruck
Abnormale vaginale Blutung
keine Kopfpräsentation
Abnormale Herzfrequenz des Babys
Krankenhaus
7,4
6,4
1,8
2,6
1,4
0,6
2,0
zu Hause
2,4
1,5
0,5
0,6
0,2
0,2
0,4

Quelle: Britisch Studie (BMJ 2011;343:d7400)

Und so kommuniziert das auch das englische National Institute for Health and Care Excellence (NICE): Für etwa die Hälfte aller Frauen mit einer unkomplizierten Schwangerschaft ist eine Hausgeburt oder die Geburt in einem Geburtshaus „sicherer“ als die Geburt in einer Klinik, da die Rate der Interventionen geringer ist, ohne dass sich die Komplikationsrate erhöht.

In einer niederländischen Studie (2013) wurde festgestellt, dass schwere mütterliche Komplikationen (Eklampsie, Transfusion, schwere Blutungen, manuelle Plazentalösungen usw.) bei Hausgeburten (2,0 pro 1.000 Geburten) seltener waren als im Krankenhaus (3,1 pro 1.000 Geburten) – und das auch bei Erstgebärenden. Bei Mehrgebärenden war der Unterschied sogar statistisch signifikant (1,0 pro 1.000 Geburten).

Die Autor*innen der US-amerikanischen Studie kamen zu dem Ergebnis, dass Frauen, die eine Hausgeburt geplant hatten, signifikant seltener medizinische Interventionen einschließlich epiduraler Analgesie (Linderung der Wehenschmerzen), elektronische Überwachung der fetalen Herzfrequenz (CTG), Dammschnitt, operative vaginale Entbindung (Zange oder Saugglocke) und Kaiserschnitt erhalten haben. Außerdem hatten sie weniger Infektionen (Chorioamnionitis, Endometritis, Wund- und Harnwegsinfektionen), 3-Grad-Risswunden, Damm- und vaginale Risse, Blutungen und Plazentarückstände erlitten.

Hausgeburt in Deutschland - Zahlen und Fakten von QUAG

Die Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe (QUAG) dokumentiert die Qualität von Geburten, die nicht im Krankenhaus stattfinden: Geburten zu Hause und in von Hebammen geleiteten Einrichtungen (HgE). Zu den HgEs zählen Geburtshäuser, Entbindungsheime oder Hebammenpraxen mit Geburtshilfe. 14 319 außerklinische Geburten (ein Kind) waren die Basis der Auswertung für das Jahr 2019. Davon haben 6298 Geburten zu Hause und 8021 in einer HgE begonnen.

Ich gehe mit dir verschiedene Szenarien durch.

Die außerklinische Geburt ohne Verlegung

Du bist zu Hause oder in einer HgE und deine Geburt verläuft reibungslos. Das heißt, dein Kind kommt spontan zur Welt und keine operativen Eingriffe sind notwendig. Von allen außerklinisch begonnenen Geburten enden 94,9 % auf vaginalem Weg. 

1. Kind
Spontan
83,1
Vaginal-operativ
6,5
Kaiserschnitt
10,4
2. Kind
Spontan
96,4
Vaginal-operativ
0,8
Kaiserschnitt
2,8
3. Kind
Spontan
99,0
Vaginal-operativ
0,2
Kaiserschnitt
2,8
Geburtsende nach einer Verlegung in %

Du kannst die Geburt an deinem Wunschgeburtsort beenden. So ging es im Jahr 2019 im Schnitt 84,4 % der Frauen, die ihre Geburt außerhalb eines Krankenhauses geplant haben.

%

aller Erstgebärenden (3.627)

%

aller Zweitgebärenden (5.168)

%

aller Mehrgebärenden (3,292)
Anteil außerklinisch beendeter Geburten

Vielleicht hast du kleine Verletzungen (Bsp. einen Dammriss ersten Grades), aber du musst nicht genäht werden. Im Jahr 2018 und 2019 hatten 44,1 % der Frauen, die außerklinisch entbunden haben, keine Geburtsverletzungen. Und 20,4 % der Frauen, die vaginal entbinden, hatten einen Dammriss ersten Grades. Ob Frauen beispielsweise einen Dammriss erleiden, hängt stark davon ab wie viele Geburten die Frau bereits erlebt hat.

%

aller Erstgebärenden (3.428)

%

aller Zweitgebärenden (2.977)

%

aller Mehrgebärenden (1.187)
Anteil der Frauen mit einer Geburtsverletzung

Deinem Baby geht es gut bis sehr gut. Weder du noch dein Kind müssen verlegt werden. Im Jahr 2019 wurde 1,5 % der Kinder, die außerklinisch geboren wurden, in eine Kinderklinik verlegt. Für 95,1 % der Kinder konnte der Zustand nach der Geburt als gut bzw. sehr gut bezeichnet werden.

Eine außerklinische Geburt mit Verlegung

Es läuft nicht so, wie es laufen soll. In der Grafik siehst du die sieben häufigsten Gründe, weswegen eine Frau während einer Geburt verlegt wird.

  • Der Kopf deines Babys steht im geraden Durchmesser auf dem Beckeneingang (hoher Geradstand). 2,1% 2,1%
  • Dein Fruchtwasser ist grün. 3,0% 3,0%
  • Deine Fruchtblase platzt bevor deine Wehen beginnen. 6,5% 6,5%
  • Die Herztöne deines Babys sind sehr schlecht. 10,8% 10,8%
  • Du hast den Wunsch in die Klinik zu fahren. 10,8% 10,8%
  • Deine Geburt kommt während der Austreibungsphase zum erliegen. 15,5% 15,5%
  • Deine Geburt kommt während der Eröffnungsphase zum erliegen. 39,4% 39,4%

Du musst tatsächlich verlegt werden. Wie oft kommt das eigentlich vor?

%

aller Erstgebärenden (1666)

%

aller Zweitgebärenden (439)

%

aller Mehrgebärenden (127)
Anteil der Verlegungen

Deine Geburt soll in der Klinik weitergehen. Aber wie kommst du dahin?

78,9 %

aller Verlegungen fahren mit dem eigenen PKW

%

aller Verlegungen finden in Ruhe statt

11,1 %

aller Verlegungen fahren mit dem Rettungswagen

%

aller Verlegungen finden in Eile statt

Du kommst im Krankenhaus an. Wie geht es weiter? Es kann sein, dass deine Hebamme dich nicht begleiten darf. Denn in 92,8 % der Fälle wird die Frau im Krankenhaus von einer anderen Hebamme betreut. Die Übergabe erfolgt schnell. Und 87,6 % der Frauen gebären innerhalb der ersten Stunde nach Ankunft in der Klinik. Wie kommt dein Kind zur Welt?

%

gebären spontan

%

gebären per Kaiserschnitt

%

gebären vaginal-operativ
Geburtsmodus von Frauen, die verlegt wurden
Geburt eines gesunden Kindes

Dein Kind kommt gesund und ohne Erkrankungen auf die Welt. Es hat einen Apgar-Wert zwischen 9 und 10.

%

aller Kinder sind gesund

%

der Kinder haben einen 5-Minuten Apgar-Wert von 7

%

der Kinden haben einen 5-Minuten Apgar-Wert zwischen 9 und 10
Zustand aller Kinder, die außerklinisch geboren wurden
Geburt eines Kindes mit Fehlbildung (Morbidität)

Dein Kind kommt bei dir zu Hause, im Geburtshaus oder im Krankenhaus zur Welt. Es muss aber bei der Atmung durch reanimierte Maßnahmen unterstützt werden. Von allen lebendgeborenen Kindern, geschah das im Jahr 2019 bei 1,8 %.

Dein Kind ist ein Sternenkind

Wenn ein Kind kurz vor oder nach der Geburt stirbt, wird es als Sternenkind bezeichnet. Du wirst immer die Mama deines Kindes sein, auch wenn es bei den Engeln lebt. Ein Kind zu verlieren, ist schwer. Die Empfindungen der Eltern sind kaum in Worte zu fassen. Im Jahr 2019 lag die Säuglingssterblichkeit bei 0,13 % (18 Kinder) und im Jahr 2018 bei 0,16 % (22 Kinder). Eine detailliertere Darstellung der Todesursachen können ohne die Anonymität der betroffenen Eltern zu gefährden nicht gegeben werden: 8 von 18 Kindern hatten Fehlbildungen.  

Schädigung des Feten und Neugeborenen durch mütterliche Faktoren und durch Komplikationen bei Schwangerschaft, Wehentätigkeit und Entbindung
Anzahl
2
Krankheit des Atmungs- und Herz-Kreislaufsystems, die für die Perinatalperiode spezifisch sind
Anzahl
4
Hämorrhagische und hämatoligische Krankheiten beim Feten und Neugeborenen
Anzahl
2
Sonstige Störungen, die ihren Ursprung in der Perinatalperiode haben
Anzahl
11
Angeborene Fehlbildungen des Nervensystems
Anzahl
2
Angeborene Fehlbildungen des Kreislaufsystems
Anzahl
5
Angeborene Fehlbildungen des Atmungssystems
Anzahl
1
Sonstige angeborene Fehlbildungen des Verdauungssystems
Anzahl
1
Angeborene Fehlbildungen des Harnsystems
Anzahl
1
Chromosomenanomalien, anderenorts nicht klassifiziert
Anzahl
1
Todesursachen der Kinder (Geburtsjahr 2019)

Sicherheit und Sicherheit

Jede Schwangerschaft, jedes Kind, jede Geburt und jede Frau sind anders. Und auch der Begriff Sicherheit kann von verschiedenen Menschen unterschiedlich begriffen werden.

So fühlt sich die eine Frau sicher, wenn Ärzt*innen in unmittelbarer Nähe sind, die auf Komplikationen schnell und adäquat reagieren können. Diese Frau fühlt sich im Krankenhaus am sichersten, da hier im Notfall direkt gehandelt werden kann. Solch eine Sicherheit kann ihr eine Hausgeburt mit einer Hebamme nicht geben. Sie nimmt das Risiko in Kauf, dass in den Verlauf ihrer Geburt eingegriffen wird. 

Eine andere Frau hingegen fühlt sich in den eigenen vier Wänden sicherer, weil sie mit weniger Komplikationen rechnen kann und keine unerwünschten Eingriffe zu erwarten hat. Die Aussicht auf eine interventionsfreie Geburt und die vertraute Beziehung zur Hebamme, die während der Schwangerschaft aufgebaut wurde, gibt ihr Sicherheit. Sie nimmt dafür das Risiko in Kauf, dass sie eventuell verlegt werden muss. 

Was sagt Hippie-Mama

Und ist eine Hausgeburt nun gefährlich?

Eine Hausgeburt ist dann als sicher zu betrachten, wenn deine Schwangerschaft unauffällig verläuft, du keine Risikogeburt (≠ Risikoschwangerschaft) erwartest, eine ausgebildete Hebamme an deiner Seite hast und ein Krankenhaus in der Nähe liegt. Mit diesen Randbedingungen hast du die beste Ausgangslage: Du hast die Möglichkeit, dir deinen Geburtsort auszusuchen. Und wenn du dich mit dem Gedanken einer Hausgeburt wohl und sicher fühlst, steht deiner Wahl nichts im Wege. Das Risiko, welches besteht, ist eine Verlegung ins Krankenhaus, oft in Ruhe, aber manchmal in Eile.

Eine Hausgeburt hat den Vorteil, dass du in deiner gewohnten Umgebung dein Kind zur Welt bringst und wenn alles gut läuft, darfst du zu Hause bleiben. Du bist selbstbestimmt und hast eine Hebamme an deiner Seite, die nur dich betreut und die dir vertraut ist. Keiner entscheidet über deinen Kopf hinweg. Du kannst stressfrei, in Ruhe und ohne Zeitdruck dein Kind gebären. Und wenn es dein zweites Kind ist, ist das Risiko, dass du verlegt werden musst, sehr gering. Eine Geburt zu Hause oder in einer HgE kann dich vor Stress und Eingriffen, die in manchen Krankenhäuser unnötigerweise zum Einsatz kommen, bewahren.

„Ihr müsst euch in jedem Fall über die Risiken einer Hausgeburt im Klaren sein“ steht in einem Artikel von Babymarkt. Ja, das ist richtig. Aber ich sage noch dazu, dass du am besten auch die Risiken einer Krankenhausgeburt kennst. Nur so kannst du die für dich beste Entscheidung treffen.

Anders gefragt: Ist eine Krankenhausgeburt sicher?

Im Krankenhaus erwartet dich fast absolute Sicherheit, im Sinne, dass die entsprechende medizinische Technik vorhanden ist und Ärzt*innen im Notfall direkt zur Stelle sind. Wenn du diese Art von Sicherheit brauchst, ist das der richtige Ort für dich.

Es kann sein, dass die fremden Räumlichkeiten, ein Wechsel der Hebamme, verletzende Bemerkungen oder abfälligen Äußerungen und die kalte Atmosphäre sich negativ auf dein Stresslevel und somit auch auf den Geburtsverlauf auswirken. Bei Stress und Angst schüttet der Körper Adrenalin aus und signalisiert deinem Körper, dass jetzt keine Zeit für eine Geburt ist. Deine Wehen werden ausbleiben oder schwächer werden.

Da, wo es reinkommt, muss es nun mal auch raus.

Scheiße, Mann. Das ist aber auch ‘ne komische Gebärmutter.

Wenn Sie jetzt schon so schreien, wird das hier nichts.

Früher waren die Frauen wenigstens rasiert.

Originalzitate

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass in einem Krankenhaus häufiger interveniert wird und es häufiger zu Geburtsverletzungen kommt. Außerdem ist der finanzielle und zeitliche Druck durch Personalmangel im Krankenhaus höher: Mit einer Geburt lässt sich kein Geld verdienen. Das kann in manchen Krankenhäusern dazu führen, dass eine Geburt ohne medizinische Notwendigkeit beschleunigt wird: beispielsweise mithilfe des Kristeller-Handgriffs (es wird auf den Bauch gedrückt), einer Saugglocke oder eines Dammschnitts. In manchen Fällen gehört auch der Kaiserschnitt zu einer beschleunigenden Maßnahme. Auch Routinemaßnahmen wie ständige Untersuchungen des Muttermunds oder ein permanent laufendes CTG können als unangenehm und schmerzhaft empfunden werden.

Es gibt den Notfallkaiserschnitt und es gibt Kaiserschnitte, die hausgemacht sind. Die Kaiserschnittrate in Deutschland liegt bei über 30 % und hat sich seit 30 Jahren verdoppelt. Das ist laut der WHO, die eine Kaiserschnittrate von maximal 15 % als nötig betrachtet, zu hoch. Es wird daher zurecht gemutmaßt, dass es Kaiserschnitte gibt, die ohne medizinische Notwendigkeit durchgeführt werden.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, meinen Artikel zu lesen.

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Du kannst mich anrufen oder mir eine E-Mail senden, um mit mir einen Termin für ein persönliches Gespräch zu vereinbaren.

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